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Schwein gehabt:
Spareribs grillen
leicht gemacht

Bei Spareribs können wir mal so richtig die Sau rauslassen – das gilt für das Fleisch wie für das Essen selbst!

Spareribs sind nichts für Etepetete-Esser, die Angst haben, sich die Finger schmutzig zu machen. Im Gegenteil: Hier ist lustvolles Nagen am Knochen angesagt, bis die Finger vollkommen mit Marinade verschmiert sind! Zusammen mit Pulled Pork und Beef Brisket bilden Rippchen vom Schwein die „Holy Trinity“ der amerikanischen Barbecue-Kultur. Und ja, wenn die Spareribs richtig gegrillt sind – sprich: außen knusprig, innen zart – gehören sie zum Besten, was du deinen Gästen anbieten kannst.

Spareribs grillen? Kein Problem mit unserem Ratgeber:

Was sind Spareribs eigentlich genau?

Spareribs sind Schweinfleisch-Rippchen. Wir unterscheiden zwischen drei Arten:

  • St. Louis Cut (auch Center Cut):
    kommt aus dem unteren Bauchteil, durchwachsenes Fleisch mit kräftigem Eigengeschmack
  • Babyback Ribs (auch Loin Ribs):
    liegen direkt an der Wirbelsäule, mageres Fleisch mit feinem Geschmack. Keine Spare Ribs im eigentlichen Sinne, vielmehr sind es Rippenknochen aus dem Kotelettzuschnitt („Leiterchen“). Werden hierzulande aber auch als Spare Ribs angeboten – und schmecken verdammt lecker!
  • Spareribs:
    Rohschnitt der Rippchen aus dem Schweinebauch inklusive der Knorpelteile.

Pro Person kannst du einen Rippchenstrang einplanen. Der Schlachter deines Vertrauens berät dich bei der Auswahl des Fleisches und bereitet es nach deinem Gusto vor. Zudem kann er gleich die zähe Silberhaut (Rippenfell) am Knochen entfernen, die beim Grillen hart und beim Kauen unangenehm wird. Das Rippenfell kannst du natürlich auch selbst abziehen: Haut leicht einschneiden und mit einem kräftigen Ruck entfernen.

Hinweis

Es gibt auch Rippchen vom Rind oder Kalb und sogar Lamm, aber wir wollen uns hier auf die klassische Variante vom Schwein beschränken.

Spareribs grillen - mit Rub oder Marinade?

Die alte Frage: Rub oder Marinade? Ganz klassisch amerikanisch würzt du deine Rippchen mit einem Rub, also einer Trockenmarinade. Der Rub sorgt nicht nur für den guten Geschmack, sondern auch für eine schöne Kruste auf dem Grillgut. Generell gibt es vier Hauptkomponenten, die einen klassischen Rub bilden:

  1. Die Basis: Sie sollte relativ neutral sein, wie Paprika.
  2. Das Salz: Ob pur oder als Gewürzsalz, die Dosis bestimmt den Geschmack.
  3. Die Süße: Brauner Zucker wird für den Geschmack und die Optik bevorzugt.
  4. Der Pepp: Hier ist individueller Geschmack gefragt, wie Curry, Chilly oder Habanero.

Flocken Gemischt wird, was schmeckt. Die erfolgreichsten Grillmeister unter uns experimentieren mit den unterschiedlichsten Gewürzen und Kräutern. Sie kreieren immer wieder ein neues kulinarisches Aroma, die Ihre Spareribs oder Braten, wie Beef Brisket, unverwechselbar macht.

Alternativ kannst du fertige Rubs kaufen, die geschmacklich durchaus überzeugen!

Ein unter BBQ-Freunden hochgeschätzter Rub heißt Magic Dust.

Für den „Zauberstaub“ benötigst du:

  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • brauner Zucker
  • Paprikapulver
  • Senfpulver
  • Knoblauchpulver
  • Cayennepfeffer
  • Chilipulver
  • Kreuzkümmel

Alle Zutaten in einer Schale gut vermengen und dann massierst den Rub beidseitig ins Fleisch ein.

Je länger das Fleisch im Rub liegt, desto mehr nimmt es die Aromen der Gewürze an. Vier bis acht Stunden sollten es schon sein.

Ein ganz besonderer Vorteil von Rubs ist, dass du sie durch Zugabe von Flüssigkeit auch ganz einfach zu einer Marinade aufarbeiten kannst. Das ist anders herum natürlich nicht möglich.

Entscheidest du dich für eine Marinade, findest du hier und hier tolle Rezeptvorschläge. Und die Basics zur Zubereitung von Marinaden haben wir hier für dich zusammengetragen.

Spareribs grillen - aber wie lange?

Die Vorbereitungen sind erledigt, nun also ran an den Grill! Spareribs grillen klappt mit Gas, Holzkohle oder im Smoker. Entscheidend ist das indirekte Grillen, das Fleisch kommt also nicht direkt über die Hitze. Bei geschlossenem Deckel entsteht so eine gleichmäßige Ober- und Unterhitze. Mehr zum Thema indirektes Grillen findest du hier.

Spareribs grillen bei Temperaturen zwischen 90 und 120 Grad: Im Smoker sollte die Temperatur 90 bis 110 Grad betragen, im Gas- oder Holzkohlegrill 110 bis 120 Grad.

Eine genaue Angabe zur Grilldauer lässt sich schwerlich abgeben – die Dicke des Grillguts kann stark variieren und damit auch die Zubereitungszeit. Über den Daumen gepeilt dauert es vier bis acht Stunden, bis die Rippchen außen knusprig und innen zart und saftig sind.

Um festzustellen, ob die Ribs durch sind, kannst du den sogenannten Bend Test durchführen: Mit einer Grillzange nimmst du ein Stück Fleisch und hebst es hoch. Nun wippst du die Rippe vorsichtig (!) nach unten und oben. Wenn die Rippchen weich und biegsam sind und Risse an der Oberfläche sichtbar werden, sind sie fertig! Du kannst auch einfach einen Zahnstocher ins dickste Teil vom Fleisch stecken – dringt er ohne viel Widerstand ein, kann aufgetischt werden!

Beim Grillen sind übrigens Sparerib-Halter ausgesprochen nützlich: Damit bereitest du die Rippchen schonender zu und sparst Platz auf dem Rost.

Spareribs vorkochen oder besser nicht?

Generell brauchen Rippchen bis zu 6 Stunden auf dem Grill, bis sie genüsslich vom Knochen genagt werden können. Wenn du deine Spareribs allerdings vor garst, kannst du die Grillzeit auf knapp eine Stunde verkürzen. Wenn es schnell gehen muss, empfehlen wir die Rippchen bei 170 Grad, etwa eine Stunde, im Ofen vorzugaren.

Manche Rezepte empfehlen, Spareribs vor dem Grillen in einem gewürzten Sud zu kochen, um das Fleisch zarter zu machen. Das stimmt zwar einerseits, andererseits entzieht der Kochvorgang den Rippchen einiges von ihrem Eigengeschmack. Also Obacht!

Was ist die 3-2-1-Methode?

Die 3-2-1 Methode ist die klassische Zubereitungsart für Rippchen in den USA. Der Name hat nichts mit dem bekannten Internetauktionshaus zu tun, sondern gibt die verschiedenen Phasen der Zubereitung in Stunden an:

  • 3 Stunden lang die Ribs „low and slow“ bei indirekter Hitze smoken.
  • 2 Stunden lang mit etwas Wasser oder Bier in Pergament gewickelt garen.
  • 1 Stunde lang fertig garen – in den letzten 30 Minuten gern das Fleisch noch mit einer BBQ-Sauce einpinseln.